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The Human Face of Climate Change

04.09.2017 - 24.11.2017 - Foyer

Fotoausstellung zum Klimawechsel von Matthias Braschler & Monika Fischer.

Artist Statement

Das Klima unseres Planeten erwärmt sich. Während die Experten noch über die möglichen Folgen diskutieren und die Politiker anscheinend machtlos sind, etwas dagegen zu tun, haben schon viele Menschen unter den Auswirkungen des Klimawandels zu leiden. Ziel unserer Arbeit war es, solche Menschen rund um den Globus zu zeigen, und in Gesprächen mit ihnen zu erfahren, wie die Veränderungen des Klimas ihr Leben bereits verändert haben. Um diese Portraits zu realisieren waren wir im Jahre 2009 während 8 Monaten in 16 Ländern unterwegs, verteilt über alle Kontinente.
braschler fischer

Matthias Braschler und Monika Fischer

Impressionen der Ausstellung

Foto: Frank Homann
Foto: Frank Homann
Foto: Frank Homann

Afrika - Mali

braschler/fischer

Wir sind erschöpft, sehr erschöpft, weil sich das Klima verändert hat. Unsere Häuser sind weit weg von hier. Wir haben sie verlassen, weil es nicht genug Regen gab. Wir folgen den Weidegründen. Wir gehen dorthin, wo es genug Wasser gibt., Früher hat es viel geregnet, jetzt ist das nicht mehr so. Als ich noch ein Kind war, hatten die Tiere genug zu fressen, die Menschen hatten genug zu essen, und alles war gut. Doch jetzt hat sich alles sehr verändert. und das macht mir Angst. Alle Züchter und Hirten haben Angst. Wenn es kein Wasser gibt. werden wir danach graben müssen, damit die Kühe etwas zu trinken haben. Wir hoffen, dass das Wasser nicht so bald ganz verschwindet. Wir beten um Wasser, damit die Tiere etwas zu fressen finden.

Asien - Bangladesch

Seit unser Haus weggeschwemmt wurde, sind wir dreimal umgezogen. Es gab zwar Menschen, die uns aufgenommen haben, aber man kann nicht auf Dauer im Haus von anderen leben. Deshalb sind meine Tochter und ich in diesen Slum gezogen. Früher haben wir am Meghna-Fluss im Süden von Bangladesch gelebt. Meine Eltern waren wohlhabend, und ich war gut verheiratet. Doch ich habe alles verloren. Die Erosion hat die Dämme aufgeweicht, und dann stieg der Wasserpegel. Früher ging das ganz langsam, doch dann ging es immer schneller. Bäume und Häuser, alles versank im Fluss.

braschler/fischer

Amerika - Canada

braschler/fischer

Mein Haus ist in Gefahr. Ich weiß nicht, wie lange es noch standhält – vielleicht zehn Jahre und dann wird es weg sein. Man kann sehen, wie sehr das Land erodiert ist. Früher war das Ufer 1000 Fuß weiter entfernt. Unter uns ist nichts als Permafrost, und es wird alles früher oder später wegschmelzen. Es ist überall das Gleiche hier. Es wird wärmer, und der Schnee wird nicht mehr hart. Er ist wie Zucker. In meiner Jugend war es ein Ereignis, wenn wir einen Eisberg sahen. Aber jetzt, wo das Eis auseinanderbricht, sieht man sie immer häufiger.

Amerika - Peru

Als ich noch ein Kind war, waren diese Berge sehr schön, doch das ändert sich. Jetzt sind sie hässlich. Daran ist bestimmt die Klimaveränderung schuld. Es regnet und schneit zu Zeiten, in denen man es nicht erwartet. Früher gab es viel Weideland, doch in den letzten Jahren verändert sich alles und die Situation wird immer schwieriger. Die Tiere finden nicht genug Futter und sind anfälliger für Krankheiten. Wenn wir zu wenig produzieren, haben unsere Kinder nicht genug zu essen und immer mehr Menschen werden vielleicht wegziehen.

braschler/fischer

Europa - Schweiz

Ich habe meine ganze Kindheit hier verbracht, aber es hat sich viel verändert. Das ist eine Tatsache. Die einschneidendste Veränderung ist der Rückgang der Gletscher. Der Obere Grindelwaldgletscher war einer der berühmtesten Gletscher Europas, weil er sich bis ins Tal erstreckte, bis zum Waldgebiet auf 1400 Metern. Doch ist er auf dem Rückzug und

hat sich auch aus der engen Schlucht zurückgezogen. Hier sieht es nun völlig anders aus. Darüber hinaus schmilzt auch der Schnee in höheren Lagen über 3000 Meter. Das war in den Achtzigerjahren, als ich mit dem Bergsteigen begann, noch nicht der Fall.

Australien

Ich habe mehr als 38 Jahre gebraucht, um diesen Betrieb aufzubauen. Wir hatten ein sehr gutgehendes Unternehmen mit 600 Kühen. Doch vor 14 Monaten mussten wir die Milchwirtschaft aufgeben – es gab einfach kein Wasser mehr. Wir hatten eine extreme Hitze. Ich war überzeugt, dass der Regen kommen würde und wir dann wieder im Geschäft wären. Aber im Jahr darauf wurde das Wasser wieder knapp und außerdem sehr salzig. Das Murray-Darling-Becken wird als der Obstgarten Australiens bezeichnet. Doch davon wird bald nicht viel übrig sein, weil es nicht mehr viel Wasser gibt.

Öffnungszeiten

Montags bis freitags von 08:00 bis 19:00 Uhr im Foyer. Der Eintritt ist kostenfrei.

Ansprechpartner für Ausstellungen

Angela Düster

Teamleitung Veranstaltungsmanagement

Wissenschaftszentrum Bonn
Ahrstr. 45
53175 Bonn

T 0228 302-219
F 0228 302-247

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